Auszüge aus dem Golfersclub Dictionary und ein lustiges Gedicht für
meine alten Freunde.
Beginn des Vorwortes (im Dictionary)
Golf ist nicht nur ein naturverbundener Sport, sondern auch Ausdruck eines
Lebensstiles, kennt keine Altersgrenzen, hat eigene Gesetze und ist eine
Philosophie.
Jeder kennt den großen Sänger und Entertainer Bing Crosby. Er äußerte
einmal, dass es sein großer Wunsch sei, eines Tages auf dem Golfplatz tot
umzufallen. Der liebe Gott tat dem damals 74 - jährigen
den Gefallen auf einem Golfplatz nahe Madrid. Nachdem Bing Crosby am 18.
Grün eingelocht hatte, erlitt er eine Herzattacke. Seine letzten Worte
richtete er an seinen Flight. " Was für eine große Golfrunde, Jungs". Dann
schloss er seine Augen und seine Stimme schwieg für immer. Daran muss ich
immer denken, wenn ich seinen großen Erfolgssong "White Christmas" höre.
Doch keine Angst. Golfer's Club hält in diesem Sport auch angenehme
Überraschungen für Sie bereit.........etc.
Vom Golfen
Was wäre es doch auf dieser Welt um vieles trauriger bestellt, wenn nicht die
Schotten, diese netten, das Golfen einst erfunden hätten, so dass man heute
allerorts als Krönung eines jeden Sports, für Jung und Alt, für Frau und
Mann, das Golfen zelebrieren kann!
Dabei ist Golf, ich sag es ehrlich, im Grunde nicht ganz ungefährlich, denn
dieser Sport nimmt wie ein Blitz vom Körper und vom Geist Besitz und wird,
so lang die Kräfte reichen, dir nicht mehr von der Seite weichen und darum
lautet die Bilanz beim Golfen: "Gar nicht oder ganz!".
Woran das liegt? Das liegt zum einen daran, dass Golf im allgemeinen (und
das wird dankbar stets empfunden) vor allem sehr naturverbunden, denn auf
Plätzen, auch den kleinsten, erlebt man Natur stets vom Feinsten.
Das Golfen ist - es folgt noch vieles - auch Ausdruck eines Lebensstiles,
und trägt, man weiß es zur Genüge durchaus manch elitäre Züge, obgleich in
den vergangenen Jahren Tendenzen Richtung Volkssport waren. Es hilft bei
Männern und bei Frauen, die Stresshormone abzubauen, die im Berufs und
Alltagsleben im hohen Maße sich ergeben und es ersetzt bei manchen Leuten
den Psychotherapeuten.
Dann kommt zur Zahl der Argumente noch die soziale Komponente, denn dort
entdeckst du alle wieder:
Von mega-durchgeknallt bis bieder, und dennoch: Blöde wie auch Nette die
beugen sich der Etikette und statt dem Anspruch zu entflieh'n, auch noch des
Golfens Disziplin, die, wenn der Kamm auch noch so schwillt, für jedermann
als bindend gilt!
Wer Golf spielt, muss die Regeln kennen. Da hilft kein Mosern und kein
Flennen, denn sie sind in des Golfers Welt fast schon Gesetzen gleich
gestellt und gelten, was die Praxis dankt, als heilig und sakrosankt, doch
leider sind sie unabwendlich nicht immer grade leicht verständlich, so das
daher zu raten sei: Hab steht das Regelwerk dabei!
Dieses Gedicht ist ein Geschenk von Jürgen Lux für die erste Ausgabe des
Golfer's Club Dictionary.
Aphorismen
Der Stolz auf das Vertrauen, das einem geschenkt wurde, ist eines der
Hauptmotive dafür, dass man Geheimnisse ausplaudert.
Wir neigen Unbekanten zu glauben, weil sie uns noch nie betrogen haben.
Freiheit ist die Wahl zwischen Arbeiten und Verhungern.
Im Unglück lernt man sich selbst am besten kennen, weil man nicht durch
Freunde abgelenkt wird.
Nichts steht der Natürlichkeit mehr im Weg, als natürlich zu erscheinen.
Man kann nicht mit allen Frauen der Welt schlafen, aber man sollte es
wenigstens versuchen.
Soll den Menschen beigebracht werden, die Wahrheit zu sagen, so müssen sie
auch lernen sie zu hören.
Freundschaften sind wie Dächer, man muss sie ständig reparieren, damit sie
halten.
Es bedarf größerer Tugenden, das Glück zu ertragen, als das Unglück.
Die Sprache ist die Musik, mit der wir die Schlangen beschwören, die fremde
Schätze bewachen.
Wir haben alle Kraft genug, die Leiden anderer zu ertragen.
Nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle.
Die Kunst besteht oft im Weglassen.
Politik ist die Leitung öffentlicher Angelegenheiten zu privatem Vorteil.
Die zweite Ehe ist der Triumph der Hoffnung über die Erfahrung.
Gastfreundschaft ist die Tugend jene zu ernähren und zu beherbergen, die
dessen nicht bedürfen.
Die Eigenliebe läst uns eine Verurteilung unseres Geschmacks schwerer
ertragen, als die Verurteilung
unserer Ansichten.
Wer alle lobt, lobt keinen.
Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.
Vom Älterwerden
Wenn man zunächst des Lebens Mitten und dann die Sechzig überschritten
und welkt in Seele und Gestalt, dann fühlt man plötzlich: Du wirst alt und alt zu werden, ich sag es ehrlich, ist unerfreulich und beschwerlich,
den was sich in der Schlussetappe so tut, ist wirklich nicht von Pappe,
und kann bei ganz bestimmten Dingen dich ganz schön auf die Palme bringen,
sodass ich zu der These neige: Altwerden, das ist nichts für Feige!
Drum, liebe Leute, lauscht und hört, was mich am Älterwerden stört.
Wie schon zu Beginn gesagt: Der Zahn der Zeit, der nagt und nagt.
Das Bäuchlein wächst, das Hirn, das schmilzt, das Haupthaar weg, der Rest
verfilzt,
doch dafür wachsen unverfroren die Haare aus beiden Ohren;
was a) rein sachlich nur idiotisch und b) auch mega - unerotisch,
die Augen sind wohlfeile Ware für grüne und graue Stare,
und ohne Gleit - und andre Linsen geht deine Sehkraft in die Binsen.
Wo früher Zähne sind gewesen, da trägt man Kronen und Prothesen
und kaut zum Schluss auf obligaten und schweineteuren Implantaten;
an allen Winkeln, allen Ecken, muss Altersflecken man entdecken,
die Fingernägel werden brüchig, der Atem oft ein wenig rüchig,
der Nacken aber feist und bullig und anderswo giltst du als schrullig; wo
früher Glanz und Glätte galten, da sieht man Runzeln nur und Falten.
Es zwickt und zwackt an allen Enden, du darfst nicht einmal Blut mehr
spenden,
der Nasengang fängt an zu rotzen, nach dreizehn Stufen musst du kotzen,
man geht fast schon in rechten Winkeln, hat Mühe (Tschuldigung) beim
Pinkeln,
und hört statt Nachtigallenflöten, die eigenen Tinitusse tröten
und weil die Hand ein wenig zittert geht, was die Hausfrau meist verbittert,
bei jeder Mahlzeit Mus und Soße sowohl aufs Hemd als auch auf die Hose.
Es hapert selbst bei der Verdauung, man liest schon Pilcher zur Erbauung.
Zur Steifheit neigen alle Glieder ( bei einem ist es anders wieder)
und blickst du Mädchen nach aus Spaß, dann denkst du: Mensch, da war doch
was;
man zahlt beim Doktor fast schon Miete und kriegt keine neuen Bankkredite,
selbst Schwangere in Bus und Bahn, die bieten ihren Platz dir an.
Kurz en Detail und auch en Gros - du wirst des Lebens nicht mehr froh
und man hält ein und stutzt und ist schon mehr als nur verdutzt,
sitzt da, wird immer mehr verzweifelt, bis man mit seinem Schicksal keifelt
und schließlich dann die Frage stellt: Was willst du noch auf dieser Welt?
Wenn ich mit solchem schweren Sinn am Meckern und am Mosern bin,
dann meldet sich bei allem Grimme, die andere, gute Stimme, die spricht:
"Das ist doch, du Kanaille, nur eine Seite der Medaille, die andere,
Recht wirst du mir geben, die heißt doch leben, leben. leben!
Genieße also, was dir blieb und nimm mit diesem Rest für lieb,
denn mit und ohne Zimperlein - es ist doch schön ein Mensch zu sein.
Dieses Gedicht ist ein Geschenk von Jürgen Lux anlässlich der Erstauflage
des Golfer's Club Dictionary
Das hat Kurt Tucholsky 1930 !!!! geschrieben!
Wenn die Börsenkurse fallen,
regt sich Kummer fast bei allen,
aber manche blühen auf:
Ihr Rezept heißt Leerverkauf.
Keck verhökern diese Knaben
Dinge, die sie gar nicht haben,
treten selbst den Absturz los,
den sie brauchen - echt famos!
Leichter noch bei solchen Taten
tun sie sich mit Derivaten:
Wenn Papier den Wert frisiert,
wird die Wirkung potenziert.
Wenn in Folge Banken krachen,
haben Sparer nichts zu lachen,
und die Hypothek aufs Haus
heißt, Bewohner müssen raus.
Trifft's hingegen große Banken,
kommt die ganze Welt ins Wanken -
auch die Spekulantenbrut
zittert jetzt um Hab und Gut!
Soll man das System gefährden?
Da muss eingeschritten werden:
Der Gewinn, der bleibt privat,
die Verluste kauft der Staat.
Dazu braucht der Staat Kredite,
und das bringt erneut Profite,
hat man doch in jenem Land
die Regierung in der Hand.
Für die Zechen dieser Frechen
hat der Kleine Mann zu blechen
und - das ist das Feine ja -
nicht nur in Amerika!
Und wenn Kurse wieder steigen,
fängt von vorne an der Reigen -
ist halt Umverteilung pur,
stets in eine Richtung nur.
Aber sollten sich die Massen
das mal nimmer bieten lassen,
ist der Ausweg längst bedacht:
Dann wird bisschen Krieg gemacht.