1983 Grundsteinlegung des ersten Golfer's Club in Deutschland
In rascher Folge absolvierte ich nach dem Internat, der damaligen Not folgend verschiedene Jobs, die mich schon sehr früh mit dem Ernst des Lebens konfrontierten. Zuerst arbeitete ich im Bergwerk, als Schlachterlehrling, auf dem Bau, wurde Hafenarbeiter in Hamburg, Kellner auf der Reeperbahn, Müllkutscher und dann als Zeitschriftenverkäufer. Damit konnte ich nun endlich mein Studium finanzieren. Mein Jurastudium brach ich bald ab, um mich nun erst einmal in der Welt umzuschauen. Ein Teil dieser Welt war für mich Paris.
Nach vielen Besuchen in Paris ging ich dann 1962 endgültig in die Stadt der Liebe. Als Schauspielschüler, aber nur mit Schulfranzösisch ausgestattet, wurde ich nun als Werbemodel entdeckt und bekam als erster in Europa die für damalige Verhältnisse unglaubliche Tagesgage von 1000 DM. In den folgenden 5 Jahren vermittelte mich meine Pariser Agentur in ganz Europa für Werbefilme und Spots. Von ca. 80 drehte ich alleine ca. 50 in Deutschland u.a. viele Pilotspots von Marken, die heute noch hochaktuell sind.
Mit dem verdienten Geld baute ich mir mein eigenes Fotostudio im 16 ten Arrondisment auf. (Studio Foch 144 Rue de la Pompe) Jetzt war ich nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera erfolgreich. Bald fotografierte ich alle schönen Mädchen die nach Paris kamen, um Karriere zu machen. Jetzt, da ich bald ziemlich gut französisch sprach, holte mich nun auch der französische Film, für die Rollendes" guten deutschen Offiziers". Nach 5 Jahren Paris war ich nun als Werbemodel in Europa overexposed und man konnte mein Gesicht nicht mehr sehen. Wir schrieben das Jahr 1967 und der Sprung über den großen Teich in die Hauptstadt der Welt N.Y. war überfällig. Die Modellkonkurrenz in N.Y. war enorm und man musste sich etwas einfallen lassen, um die Studios zu besuchen. Also kaufte ich mir ein Fahrrad, um möglichst viele der obligaten Vorstellungen den "go sees" zu bewältigen. Ich schaffte im Schnitt ca. 30 Studios pro Tag. Da ich damals der Erste war, der mit einem Fahrrad durch die Wolkenkratzerschluchten von N.Y. City fuhr, war das eine kleine Sensation und machte mich mit einem Schlag bekannt. Rechts das Bike geschultert, links die Fotomappe mit den Pariser Fotos und mit zerzausten Haaren, so stellte ich mich vor. Schnell hatte den Namen: "the crazy berliner with the bike" und die N.Y. Fotografen liebten mich. Bald war ich ein Top - Rate - Model und bald verdiente ich wieder viel Geld. Nach 2 Jahren holte mich ein Freund nach Chicago. Durch Zufall wohnte ich gleich zwei Häuser neben Hugh Heffner on State Parkway. Bald wurde ich für die Eigenwerbung von Playboy engagiert und oft zu den berühmten, legendären Partys in Heffners Haus eingeladen. Wer ein Toprate - Model in N.Y. war hatte damals in Chigago kaum Konkurrenz.
Der erste Golfer's Club in Deutschland
Nach drei überaus erfolgreichen Jahren in den Staaten packte mich das Heimweh nach Paris, wo es mich aber nicht lange hielt. Was ich wollte, war mein eigener Club im Stile einer edlen Piano Bar, welche ich schließlich 1977 in München - Schwabing eröffnete. So schrieb P.W. im Magazin Penthaus 1983 unter dem Titel "Die Perle von Schwabing". Streiten möchte ich mit Niemanden darüber, aber für mich ist Gary's Club No. 28 in München die Lieblingsbar auf dem Kontinent. Zugegeben eine typische Männerbar. Viel Mahagoni und wenig Nippes. Zwei italienische große Porzellanhunde nur, die aber nicht bellen, keine komplizierten Drinks, einen Barman comme il faut; zwei achteckige Facettenspiegel, Prachtstücke von Carl und Jochen Springer aus New York, die schon Ronald Reagen, Frank Sinatra und Donald Trump Lebensart in die Wohnstuben zauberten. Kein Baldachin weist den Weg, kein Neonlicht, nicht einmal ein Schild am Eingang. Machen Sie es so: Klingeln Sie in der Fallmerayerstrasse 28, an einem Wohnhaus im nördlichen Schwabing. Sie werden dann schnell über Gary stolpern und Sie haben recht, wenn Sie meinen: Den kenne ich doch von irgendwann einmal her. Gary Ramm, heute Kommod 48 Jahre alt, war Dressman, Fotograf und Schauspieler, Weltenbummler. Vor 5 Jahren sagten die Theaterleute, er sei ein exquisites Model und die Fotografen rieten ihm, mehr Theater zu spielen. Gary Ramm mobilisierte seine Ersparnisse und eröffnete eine Bar, wie er sie bei seinen Weltumseglungen steht's gesucht, aber nie gefunden hat. Seinen Club ein bisschen old-fashioned, mit Pianist und Franky, Ella und Bing als Soft - Musik vom Band. Wer Krawatte trägt oder anständige Schuhe, hat es am Eingang ein wenig leichter, wer relaxen will, hat hier den Pokerpot praktisch in der Hand. Gelegentlich sitzt ein massiger Mann mit überbreiter Gürtelschnalle an der Bar, ein Oel-Fritze aus Dallas. Ich kann den Kerl nicht riechen; denn er will Gary in die Stadt der Ewings locken, damit er dort einen eineiigen Zwillings eines Münchner Clubs aufmacht. bisher hat Gary dieser Versuchung widerstanden. Möge es so bleiben. Prost! Peter Wolf
Jetzt zog mich der Golfsport in seinen Bann. Kurz entschlossen dekorierte ich meinen Club kurzerhand um, erfand das Wort Golfer's Club" (des Golfers Club) ließ das Logo schützen und demonstrierte meine neue Leidenschaft, indem ich Golfschläger, Golfbilder und Bags an die Mahagoniwände hängte. Das war der Tag, an dem der erste "Golfer's Club" in Deutschland aus der Taufe gehoben wurde, eine elegante Bar, in der man auch putten konnte. - Bald gab sich die Münchner Gesellschaft im Golfer's Club die Klinke in die Hand.
So wurde ich u.a. der Lieblingspreuße von Franz Josef Strauss und anlässlich der Drehabschlussparty der Amerikan. 20 Mio. Dollar Filmproduktion "Bloodline" tanzte ich mit Audrey Hepburn und Romy Schneider auf der kleinen Marmortanzfläche. Da ich englisch mit französischem Akzent sprechen konnte, wurde ich von dem Regisseur Terence Young in der Rolle eines Polizisten der Pariser Mordkommission, wo ich an der Seite von James Mason, Gert Fröbe, Romy Schneider und der sagenhaften Audrey Hepburn spielen durfte. Es war eine wundervolle Zeit, die ich mit meinen Gästen im Golfer's Club verbringen konnte. Heute frage ich mich manchmal, warum ich eigentlich den Golfer's Club nach 10 Jahren verkauft habe. Viele meiner alten Gäste schwärmen noch heute von dieser exquisiten, schönen Piano - Bar. Jeder bedauert, dass es diese Art von Bars nicht mehr gibt. Damals ließ ich mein Markenlogo "Golfer's Club" schützen. Nun widme ich mich voll dem Golfsport, welcher für mich eine Philosophie und Lebensart darstellt. Nun nach über 25 Jahren, habe ich mein geschütztes Golfer's Clublabel mit einem Kanonenstart aus dem Dornröschenschlaf geweckt und mir großem Erfolg den Golfer's Club Dictionary aufgelegt der alle 3 Jahre erscheint.